Nacht der Reformation 2017


Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen hat die „Nacht der Reformation“ im Saarland mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Saarbrücker Ludwigskirche eröffnet. An den 46 Orten nahmen nach ersten Schätzungen über 8 000 Menschen an den unterschiedlichen Angeboten teil.

„Hier stehen wir und können nicht anders. Wir können nicht anders hier stehen als gemeinsam.“ Mit diesen programmatischen Worten begann der Gottesdienst zur Eröffnung der „Nacht der Reformation“ im Saarland. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) feierte ihn am Reformationstag (31. Oktober) in der Saarbrücker Ludwigskirche. Evangelische und katholische Kirche, Methodisten und Freikirchen aus dem Saarland begingen das 500-jährige Reformationsjubiläum bewusst gemeinsam - als Christusfest. 53 Kirchengemeinden aus 45 saarländischen Orten beteiligten sich anschließend bis 23 Uhr mit eigenen Programmangeboten an der „Nacht der Reformation“.

 

„Wir wollen gemeinsam glauben“

Im Reformationsjubiläum werde nicht Martin Luther gefeiert oder die evangelischen Kirchen, sondern allein Jesus Christus, bekräftigten die Vertreter der unterschiedlichen Konfessionen in dem Gottesdienst. Deshalb wolle man künftig „nicht mehr getrennt glauben, sondern gemeinsam glauben.“ Den Gottesdienst gestalteten Superintendent Gerhard Koepke vom evangelischen Kirchenkreis Saar-Ost , Pfarrer Bernd Schikofsky von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Saarbrücken-Malstatt, Pastor Joachim Schumann von der Evangelisch-Methodistischen Kirche, Pastor Andreas Berg von der Selbständig-Evangelisch-Lutherischen Kirche, Pastor Joachim Hipfel von der Freien Evangelischen Gemeinde und Erika Hügel von der Synagogengemeinde Saar.

 

Gemeinsam erinnerten die Liturgen an die ursprüngliche Einheit der Kirche und beschrieben, wie es während der Reformation zur Trennung der Konfessionen kam. Sie gestanden sich ihre Irrwege und falschen Wahrnehmungen des jeweils anderen ein und beschrieben ihre Hoffnungen für ein neues Aufeinanderzugehen in versöhnter Verschiedenheit. Symbolisch traten sie dazu zunächst gemeinsam vor die Gemeinde, trennten sich dann in unterschiedliche Ecken im Kirchraum, um zum Schluss vor dem Altar wieder zusammenzukommen.

 

Zwar könne man das Abendmahl noch nicht miteinander feiern, „aber das kommt noch“, sagte Superintendent Koepke. „Bis dahin brechen wir das Brot in Hoffnung. Nehmt es mit in eure Gemeinden, heute in dieser Nacht der Kirchen. Vor allem aber: Teilt es“, appellierte er an die Gottesdienstbesucher. Als Gruß vom Eröffnungsgottesdienst erhielten die Vertreter der Kirchengemeinden, die sich an der Nacht der Reformation beteiligen, Brote in Form von Weinreben.

 

 

Magische Reise, Tischreden und Kabarett

53 Kirchengemeinden im ganzen Saarland öffneten anschließende ihre Türen für vielfältige Programmangebote rund um das Thema Reformation. Häufig feierten evangelische, katholische und freikirchliche Gemeinden gemeinsam, wie etwa in St. Wendel. Hier beteiligten sich fünf Kirchen der Stadt unter dem Motto „ecclesia reloaded“ unter anderem mit einer magischen Reise durch fünf Jahrhunderte mit dem Magier Kalibo und Pfarrerin Christine Unrath, einer Theateraufführung „Mönsch Martin“, einem Ökumenischen Abendlob und einer nächtlichen Kirchenführung.

 

In Merzig lud die evangelische Kirchengemeinde unter dem Motto „Iss, was gar ist; trink, was klar ist; sag, was wahr ist“ zu einem Abendessen in der Kirche mit Musik und Auszügen aus Luthers Tischreden ein. In der evangelischen Kirche Dillingen gab es zu Lutherbier, Gewürzwein und Reformationsbrötchen Mitmachaktionen und Informationen über Frauen der Reformation. In der Versöhnungskirche Völklingen betrachtete der „Wortkünstler“ Detlev Schönauer die Reformation durch die kabarettistische Brille. Und in Saarbrücken-Brebach gingen bei einer Feuershow symbolisch Ablass-Briefe in Flammen auf.

 

Den Schlusspunkt der „Nacht der Reformation“ setzte im Festzelt auf dem Saarbrücker Ludwigsplatz eine interreligiöse Gesprächsrunde. Über den Beitrag ihrer Religion zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft diskutierten Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der Synagogengemeinde Saar, der Islamischen Gemeinde Saarland und der Alevitischen Gemeinde Saarland.

Die offenen Kirchen bei der Nacht der Reformation im Überblick