Ludwigskirche, Alt-Saarbrücken

Am Ludwigsplatz
66117 Saarbrücken

Große Orgelwerke
an der Beckerath-Orgel: KMD Ulrich Seibert

19.30 Uhr Orgelwerke von Nikolaus Bruhns und Dieterich Buxtehude
20.30 Uhr Orgelwerke von Max Reger und Sigfrid Karg Elert
21.30 Uhr Orgelwerke von Gaston Litaize, Jean Langlais und Olivier Messiaen
22.30 Uhr Taizé-Andacht

19.00-22.00 Uhr offenes Café Catherine in der Krypta der Ludwigskirche mit Gelegenheit zu Beisammensein und Gespräch


In Ludwigskirche und Ludwigsplatz – geplant und gebaut von Friedrich Joachim Stengel – verdichten sich barockes Bauen, protestantische Kirchenbautheorie, Maßwerksystem, zeit- und kunstgeschichtliche Aussagen in der „Place Royale“-Invention. 1775 in Dienst genommen, mit kreuzförmigem Grundriss, ist das Gotteshaus eine „Breitsaal-“ oder „Querhauskirche“ mit Emporen in den vier Kreuzarmen. Die Fürstenempore im Osten mit der fürstlichen Loge wird getragen von „weltlicher“ (Szepter und Liktorenbündel – Regierungs- und Polizeigewalt) und „geistlicher Gewalt“ (Herz und Schlüssel – Diakonie/Caritas und Wächteramt der Kirche, Buße und Beichte). Die Westempore mit der Orgel wird getragen von „Sakrament“ (Kelch) und „Predigt“ (Bibel), sowie „vokaler“ (Notenblatt) und „instrumentaler Kirchenmusik“ (Blasinstrument).
Die Figuren im Querbau stellen die vier sog. „bürgerlichen“ Tugenden dar: im Süden „Wohlstand“ (Füllhorn) und „Friede“ (Zweig), im Norden „Klugheit“ (mit der Schlange nach Matthäus 10,16) und „Gerechtigkeit“ (unserer Justitia sind im Laufe der Jahrhunderte leider Schwert und Waage abhanden gekommen). Martin Luthers Zwei-Reiche-Lehre wird im Gegenüber von Fürstenloge und Kanzel-Altar dargestellt. Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern, Pfingsten und der Jüngste Tag sind innen und außen in den Symbolen erkennbar. Über den Eingängen wird in Wort und Bild an den erbauenden Fürsten erinnert. Vier Evangelisten umgeben die Ludwigskirche, auf der Dachbalustrade stehen Apostel und Figuren aus dem Alten Testament.  Verschiedene Haustypen bilden den Platz. Nach der Bombenzerstörung am 5.10.1944 wurde die Kirche wiederaufgebaut. Eine umfangreiche Innensanierung erfolgte in den Jahren 2017-2024.